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So wird´s gemacht!

Ökologisch unbedenklich

02.09.2010 Alter: 10 yrs

Gerüstverankerung in WDVS–Fassaden

Aufgrund der verschärften Anforderungen der Wärmedämmverordnung werden Fassaden zunehmend mit Wärmedämmverbundsystemen bekleidet. In den Fachkreisen wird in diesem Zusammenhang bestätigt, dass inzwischen pro Jahr ca. 40 Mio. m² Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) auf Fassadenflächen verbaut werden. Dämmschichtdicken von 16 bis 25 cm sind dabei zur Zeit die Regel und in einigen Fällen, z. B. im Bereich von sogenannten Passivhäusern, gar 30 bis 40 cm. Auch, wenn die Weiterentwicklungen von Dämmstoffen zu geringeren Dämmdicken führen wird, so ist auch künftig damit zu rechnen, dass weiterhin hohe Dämmstoffdicken verbaut werden.

Eine Entwicklung, die auch am Gerüstbau nicht spurlos vorbeigehen wird. Gerüstbreite, Abstand Gerüst zur Wand (Arbeitsraum), Herstellung der Standsicherheit, Ankergrund, Ankerpunkte und Lasten, Verschluss der Ankerlöcher, Haftung für Beschädigungen der Fassade, Liefer- und Leistungsgrenzen, Daueranker oder Sonderkonstruktionen (keine lange Ringöse) sind nur einige Punkte, die es in diesem Zusammenhang zu betrachten gilt. Für den Güteschutzverband Stahlgerüstbau und die Bundesinnung für das GerüstbauerHandwerk und Gründe genug, dieses Thema in Angriff zu nehmen und sowohl den Kontakt mit der „Fassadenseite“ und den Herstellern von Verankerungssystemen zu suchen, als auch bei Mitgliedern und Planern ein Problembewusstsein zu schaffen. Mit einem eigens für dieses Thema geschaffenen Gesprächskreis, einem ersten Merkblatt sowie dem im März diesen Jahres durchgeführten Seminar ist dies bestens gelungen; die Thematik ist in der Praxis angekommen.

Anfang 2010 sollen in Abstimmung zwischen dem Güteschutzverband Stahlgerüstbau, der Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk und den Verbänden der „Fassadenseite“ Feldversuche durchgeführt werden, die u. a. auch Ergebnisse hinsichtlich des Montageablaufes bringen sollen. Der Fachverband Fassade wird hierzu repräsentative Bauvorhaben auswählen, und wir werden eine Liste von Mitgliedern in den jeweiligen Regionen zur Verfügung stellen.

Wer hätte es vor einem Jahr für möglich gehalten, dass sich Bauherren und Planer, aber auch Gerüstbauer nach dauerhaften Verankerungsvorrichtungen für Fassadengerüste erkundigen, und dass erfreulicherweise die Entwicklung derartiger Vorrichtungen inzwischen schon weit vorangeschritten ist, dass heute in Bezug auf Daueranker bereits anwendbare Lösungsmöglichkeiten bestehen.

Ebenfalls als positiv können Aussagen einiger Hersteller gewertet werden, Detailverbesserungen vorzunehmen oder auch neue Bauteile auf den Markt zu bringen. Die Zusammenarbeit mit den Verbänden der Fassadenseite ist zudem als sehr konstruktiv anzusehen, sodass davon ausgegangen werden kann, künftig auch die Bauherren- und Auftraggeberseite mit gezielten Informationen, z. B. in Form eines gemeinsamen Merkblattes, zu versorgen.

Damit und mit den bereits veranlassten Anpassungen in den entsprechenden Teilen C der VOB dürfte einer ordnungsgemäßen Einplanung und Ausschreibung von dauerhaften bzw. wiederverwendbaren Verankerungssystemen nichts mehr im Wege stehen.

Aber auch für die Fälle, in denen Daueranker nicht zur Anwendung kommen können, bestehen Lösungsmöglichkeiten:
Zwischenzeitlich wurden für insgesamt 5 bespielhafte Einrüstungsmaßnahmen Musterstatiken incl. der konstruktiven Lösungsmöglichkeiten zur Verankerung von Fassaden mit Wärmedämmverbundsystemen erstellt, die Ihnen als Hilfestellung bei der Kalkulation derartiger Sonderkonstruktionen dienen können. 

Quelle: http://www.gueteschutzverband-stahlgeruestbau.de