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So wird´s gemacht!

Ökologisch unbedenklich

Wichtige Verorodnungen und Richtlinien

Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH-Verordnung)

Die Verordnung (EG) Nr.1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) ist am 1. Juni 2007 in Kraft getreten. Der vorgesehene Zeitplan für die Vorregistrierung und Registrierung von Substanzen ist uns ebenso bewusst wie die vorhersehbaren Konsequenzen für die nachgeschalteten Anwender von Stoffen und Zubereitungen.

Die Verordnung hat bedeutende Auswirkungen auf alle Akteure, die in der Europäischen Union in die Liefer  und Verwendungskette von Lacken und Farben eingebunden sind. Sie erfordert eine enge Zusammenarbeit der Akteure, insbesondere hinsichtlich der Übermittlung von Informationen.

Als nachgeschalteter Anwender von Stoffen und Zubereitungen werden wir unseren gesetz-lichen Verpflichtungen nachkommen und haben mit den Vorbereitungen hierzu begonnen.
Hierzu haben wir bereits mit unseren Rohstofflieferanten Kontakt aufgenommen und gefragt, welche der von ihnen gelieferten Stoffe vorregistriert werden.

Unsere Lieferanten KC Dichtstoffe (BASF NR. 4711), Dyrhoff, CPS Color, Chemische Werke Kluthe sind bereits mit den von uns verwendeten Grundstoffen registriert.

Bereits registrierte Stoffe die von uns ohne chemische Veränderung zusammengefügt wer-den sind somit durch den Rohstofflieferant registriert.

Weitere Informationen zu REACH: http://echa.europa.eu  und http://www.reach-info.de

Decopaint-Richtlinie 2004/42/EG

Die Decopaint-Richtlinie, als erste Regelung zur Begrenzung des Lösemittelgehaltes in Produkten, wurde im Dezember 2004 durch die Lösemittelhaltige Farben- und Lack-Verordnung (ChemVOCFarbV)* in nationales Recht umgesetzt. Sie stellt Anforderungen an die Reduktion des Lösemittelgehaltes u. a. in Bautenanstrichstoffen in zwei Stufen (2007 und 2010).

*Chemikalienrechtliche Verordnung zur Begrenzung der Emissionen flüchtiger  organischer Verbindungen (VOC) durch Beschränkung des Inverkehrbringens lösemittelhaltiger Farben und Lacke (ChemVOCFarbV), herausgegeben am 22.12.2004 (BGBl. I, Nr. 70, S. 3508).

An die im Projekt untersuchten Lacke und Lasuren werden künftig folgende Anforderungen gestellt:

  Produktkategorie Typ VOC in g/l im gebrauchsfertigen Produkt
Stufe I ab 1.1.2007 Stufe II ab 1.1.2010
d Beschichtungsstoffe für Holz-, Metall- oder Kunststoffe für Bauwerke, ihre Bauteile und dekorativen Bauelemente (innen und außen) Wasserbasis Lösemittelbasis 150 400 130 300
e Klarlacke und Lasuren für Bauwerke, ihre Bauteile und dekorativen Bauelemente (innen und außen) einschließlich sog. deckender Lasuren Wasserbasis Lösemittelbasis 150 500 130 400

Das Forschungsvorhaben “Vergleichende Untersuchungen der Gebrauchstauglichkeit von schadstoffarmen und lösemittelbasierten Bautenlacken unter Berücksichtigung von Neuentwicklungen lösemittelbasierter Lacke“ hatte das Ziel, neu entwickelte Lacke mit guter Qualität und reduziertem Lösemittelgehalt besonders für die Anwendung durch den Maler zu identifizieren, um deren Einsatz fördern zu können. Die neuen Lacke sollten mit konventionellen Produkten verglichen werden, die die Anforderungen der Decopaint-Richtlinie nicht einhalten. Das Projekt wurde vom Institut für Lacke und Farben e. V. (ILF) in Magdeburg durchgeführt. Es wurde von einem Beirat begleitet, der sich aus Vertretern aller relevanten Akteure zusammensetzte und in dem u. a. Empfehlungen für das Vorgehen erarbeitet wurden. Teilnehmer dieses Beirates waren neben den Lackherstellern die Arbeitsgemeinschaft der Bau-Berufsgenossenschaften, der Hauptverband des deutschen Maler- und Lackiererhandwerkes, die Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden und der Verband der deutschen Lackindustrie.

Das ILF untersuchte insgesamt 63 Lacke und Lasuren. Dabei wurden wasserverdünnbare Lacke, neu entwickelte lösemittelreduzierte Lacke sowie konventionelle Lacke unter Berücksichtigung ihrer verschiedenen Anwendungsbereiche vergleichend untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Beirat erarbeitete das ILF ein einheitliches Prüfverfahren zur Untersuchung des technischen Leistungsspektrums und zur Identifizierung der Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme. Des Weiteren wurden Untersuchungen zum Gehalt und den Emissionen an flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOC) durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen, dass wasserverdünnbare Lacke mit Lösemittelgehalten von 3 bis 112 g/l (ca. 0,2 bis 9 Masse - %) die Anforderungen der Stufe II der Decopaint-Richtlinie erfüllen. Diese Produkte halten auch die Anforderungen des Blauen Engels ein. Von den 28 untersuchten lösemittelbasierten Lacken halten 15 Produkte die Stufe I und 7 Produkte die Stufe II ein. Alle High-Solid Systeme bestehen bereits heute die Anforderungen der Stufe II.

Es wurden elf Holzlacke, ein Heizkörperlack und fünf Metalllacke untersucht. Die Stufe I der Decopaint-Richtlinie (VOC-Gehalt von 400 g/l) wird von vier der elf untersuchten Holzlacke und vom Heizkörperlack nicht eingehalten. Die Stufe II der Decopaint-Richtlinie (VOC-Gehalt von 300 g/l) wird bereits von den untersuchten High-Solid Systemen - drei Holzlacke und ein Metalllack - eingehalten.

Von den untersuchten Lasuren sind sechs maßhaltig und fünf begrenzt maßhaltig. Nur zwei maßhaltige Lasuren und eine begrenzt maßhaltige Lasur halten die Stufe I der Decopaint-Richtlinie (VOC-Gehalt von 500 g/l) ein. Diese Lasuren halten zudem bereits heute die Stufe II (VOC-Gehalt von 400 g/l) ein.

Es wurden neun Holzlacke, ein Heizkörperlack und ein Metalllack untersucht. Alle untersuchten Systeme halten sowohl die Stufe I (VOC-Gehalt von 150 g/l) als auch die Stufe II (VOC-Gehalt von 130 g/l) der Decopaint-Richtlinie ohne weiteres ein.

Die fünf untersuchten maßhaltigen Lasuren halten die Stufe I und II der Decopaint-Richtlinie (VOC-Gehalt von 150 und 130 g/l) ein. Die Lasur mit dem höchsten VOC-Gehalt enthält 72 g/l.

Die untersuchten Lacke und Lasuren wurden 2002 für das Projekt ausgesucht. Bereits zu diesem Zeitpunkt konnten demnach viele Produkte die Anforderungen der Decopaint-Richtlinie für 2007 erfüllen.

Die Lacke (wasserverdünnbar oder lösemittelbasiert), die die Stufe I der Decopaint-Richtlinie erfüllen, decken ein breites Spektrum unterschiedlicher Systeme ab und sind in der Gebrauchstauglichkeit mit konventionellen Systemen – ca. 30/40 % bis 80 % Lösemittelgehalt – vergleichbar oder überlegen. Die Stufe II der Decopaint-Richtlinie erfüllen – von den im Jahr 2002 am Markt verfügbaren Lacken – im Wesentlichen wasserverdünnbare Lacke und High Solids. Auch diese zeichnen sich durch eine im Vergleich zu den konventionellen Produkten gute Qualität aus.

Im Vorhaben wurden weiterhin orientierende Messungen zum Emissionsverhalten von Lackanstrichen durchgeführt. Es wurden 8 Lacke auf einen inerten Untergrund (Stahlblech) aufgebracht und das Emissionsverhalten mit Hilfe einer Emissionsmesszelle (FLEC) ermittelt. Die unterschiedlichen Lacksysteme zeigen Unterschiede im Emissionsverhalten. Bei den wasserbasierten Lacken emittieren hauptsächlich Rezepturbestandteile welche nach der Trocknung rasch abklingen. Aus den lösemittelhaltigen Lacken emittieren neben den Lösemitteln vor allem höhere Aldehyde. Dies sind Spaltprodukte der oxidativen Trocknung der Alkydharze.